— · Konsens
Konsens ist die Grundlage.
Bevor wir berühren, fragen wir. Bevor wir empfangen, prüfen wir.
So einfach. So konsequent.
Diese Seite erklärt, wie wir mit Berührung umgehen — und warum diese Klarheit der Kern unserer Arbeit ist, nicht ihr Anhang.
Was Wheel of Consent ist
Das Wheel of Consent hat Betty Martin entwickelt — eine US-amerikanische Körpertherapeutin und Chiropraktikerin. Es klingt einfach: Berührung kann auf vier Arten geschehen. Und genau diese vier zu unterscheiden, ändert alles.

| Quadrant | Was passiert | Beispiel |
|---|---|---|
| Nehmen | Du bist aktiv, mein Körper erlaubt. | Du streichelst meinen Arm — weil du es willst, nicht weil ich darum bat. |
| Akzeptieren | Ich bin aktiv, dein Körper erlaubt. | Ich umarme dich zum Hallo — du lässt es geschehen. |
| Empfangen | Du gibst, was ich erbat. | Ich bitte um eine Schulter-Massage. Du gibst sie. |
| Dienen | Ich tue, was du erbatst. | Du wünschst dir Stille. Ich gebe sie dir. |
In jedem Quadranten gibt es einen Geber und einen Empfänger. Aber: wer profitiert? Die Antwort verändert alles. Wenn ich nehme, profitiere ich. Wenn ich diene, profitierst du. Wenn das verschwimmt, beginnt der Bereich, in dem Übergriffe passieren — meist ohne böse Absicht, einfach durch Unklarheit.
Wie wir damit arbeiten
Was Konsens bei uns konkret bedeutet — drei Situationen.
Bei einer Einzelsitzung
- Vorgespräch über Wünsche, Grenzen, Stop-Signal
- Angekündigte Berührung („Ich lege jetzt die Hand auf deinen Bauch — ist das okay?“)
- Du bestimmst Tempo und Tiefe — auch mitten drin
- „Stop“ genügt jederzeit. Ohne Begründung. Ohne Konsequenz.
Im Workshop
- Klares Rollen-Briefing: wer ist Geber, wer Empfänger, in welchem Quadranten?
- Niemand muss mitmachen. Pausen sind erlaubt, Beobachten ist erlaubt.
- Reflexion nach jeder Übung: was war angenehm, was nicht?
Beim Begegnungsabend
- Eingangs-Briefing: Konsens-Regeln, Hand-Signale (Ja / Nein / Frage offen)
- Niemand wird zu Berührung eingeladen, ohne explizit gefragt worden zu sein
- Es ist immer okay, nur zuzuschauen.
Was wir nicht sind
Keine Therapie. Unsere Angebote ersetzen weder ärztliche noch psychotherapeutische Behandlung. Bei akuten Krisen, Trauma-Aufarbeitung oder körperlichen Erkrankungen bitten wir, vorab fachliche Unterstützung einzuholen.
Keine sexuellen Dienstleistungen. Tantra-Massage bei uns ist eine ganzheitliche Körperarbeit. Sexuelle Handlungen sind explizit kein Teil des Angebots — weder erwartet noch praktiziert.
Keine unklaren Räume. Wir benennen jede Berührung, jeden Rahmen, jede Erwartung. Wenn etwas mehrdeutig ist, klären wir es — vor der Tür, nicht hinter ihr.
Häufige Fragen zum Konsens
„Was, wenn ich mitten in einer Sitzung ‚Stop‘ sagen will, mich aber komisch dabei fühle?“
Genau für solche Momente ist der Rahmen da. Stop heißt Stop — wir brauchen keine Begründung, kein Bedauern, keine Erklärung. Wir machen eine Pause, atmen, schauen, ob du fortsetzen willst oder die Sitzung beenden. Beides ist okay. Geld bekommst du anteilig zurück, falls Sitzung schon angefangen war.
„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was meine Grenzen sind. Bin ich hier richtig?“
Ja, sehr. Grenzen kennenzulernen ist Teil der Praxis — nicht ihre Voraussetzung. Wir gehen langsam, bieten viele kleine Ja/Nein-Momente, und du lernst während des Tuns, wo dein Körper sich öffnet und wo er sich verschließt.
„Was, wenn ich beobachte, dass ein anderer Mensch über sich gehen lässt?“
Sprich uns an — sofort, leise. Wir sind aufmerksam, aber wir sehen nicht alles. Du hilfst der Person mehr, indem du dich an einen von uns wendest, als indem du sie direkt unterbrichst.
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Noch Fragen?
Konsens ist eine Praxis, kein Konzept. Am leichtesten zu verstehen, wenn wir miteinander sprechen.